Dan-Vorbereitungslehrgang am 3.10.2015 in Berlin

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Dass der Tag der Deutschen Einheit als Feiertag so unglücklich auf einen Samstag fiel, war sicher in freizeittechnischer Hinsicht ein kleines Ärgernis. Für 40 Taekwon-Do Aktive war aber genau dieser Tag dennoch eine willkommene Gelegenheit, diesem Feiertag und dem Taekwon-Do Training gleichermaßen gerecht zu werden.

Und wo, wenn nicht im geschichtsträchtigen Berlin, in dem ja die Deutsche Einheit einst offiziell vollzogen wurde, könnte man so einen Tag am besten verbringen?

In diesem Fall war es die schöne und großzügige Sporthalle des TSV Guts Muths 1861 e.V. mitten in Berlin. Taekwon-Do Lehrgänge sind hier keine Seltenheit: Zweimal im Jahr finden hier Tul/Kampf Lehrgänge statt. Außerdem wird hier der jährliche, als freundschaftlicher Tul-Wettkampf konzipierte, „Berliner Bärencup“, ausgetragen, der unter Taekwon-Do Aktiven ein äußerst beliebter Geheimtipp ist; nicht zuletzt wegen der originellen Pokale in der Form des Berliner Wappentieres.

An diesem Tag ging es aber um die Vorbereitung zur Danprüfung. Danvorbereitungslehrgänge gehören zum Pflichtprogramm bei der Prüfungsvorbereitung und gliedern sich in die Teile Tul, Partnerübungen und Selbstverteidigung. Außerdem werden noch zahlreiche weitere prüfungsrelevante Themen angeschnitten, wie z.B. der richtige Ablauf beim Bruchtest.

 

Die Lehrgangsleitung wurde durch die Meister Harry Vones (8. Dan) und Walter Komorowski (7. Dan) durchgeführt. Intensiv ging es zunächst in die Feinheiten der Tulabläufe. Dazu wurden die Teilnehmer entsprechend ihrer Graduierungen in Gruppen eingeteilt, wobei die Bandbreite der Graduierungen vom 3. Kup bis zum IV. Dan reichte.

 

Die Beschäftigung mit den Partnerübungen im Rahmen von Drei,- Zwei- und Ein-Schritt-Kampf offenbarte wieder einmal, welche Schwierigkeiten die korrekte Ausführung dieser Disziplin birgt. Darin liegt auch der Grund dafür, dass sie bei den Prüfungen einen so hohen Stellenwert haben. Sehr engagiert wurde hier geübt und einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihre für die geplante Prüfung vorbereiteten Kombinationen zu präsentieren.

Der letzte Lehrgangsteil an diesem viel zu schnell vergangenen Tag war das Thema Selbstverteidigung. Die Erkenntnis, die viele Teilnehmer diesbezüglich sicherlich mit nach Hause nahmen, war, dass die rein technische Ausführung theoretisch zwar schnell erlernt, die überzeugende und glaubwürdige Darstellung einer Selbstverteidigungssituation während einer Prüfung aber etwas ganz anderes ist.

Mehr als acht Stunden waren die 40 Teilnehmer sehr motiviert, konzentriert und aktiv bei der Sache. Das sind optimale Arbeitsbedingungen, die man nicht unbedingt bei allen Lehrgängen in dieser Ausprägung vorfindet.

Berlin war also definitiv eine Reise wert, und genau dafür dankte am Ende des Lehrgangs der Abteilungsleiter des TSV, Gerhard Will, den Teilnehmern und vor allem den Lehrgangsleitern.

Text und Fotos: Holger Steinke

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